Dienstleistungsökonomie

Warum wir die Volkswirtschaft zur Dienstleistungsökonomie transformieren müssen

Ruckel-Zuckel-Videokonferenzen: Warum sich auch Google und Co. mit Carrier Grade beschäftigen sollten

Das Fernsehen der Zukunft könnte social sein. Entsprechend ambitioniert war das Rundshow-Experiment von Richard Gutjahr im Bayerischen Fernsehen. Zuschauer aus dem Netz konnten das Programm mitgestalten und live in die Sendung geschaltet werden: per E-Mail, via Twitter, Facebook, Skype und Google Hangout, also per Videokonferenz.

Eines haben die Rundshow-Sendungen unter Beweis gestellt: Ruckel-Zuckel-Bilder, scheppernde Blechbüchsentöne, Verbindungsabbrüche und Ausweichmanöver auf das Telefon kommen beim Fernsehzuschauer nicht an. Im TV ist man eine bessere Qualität gewöhnt.

Im Fachjargon der Telekommunikation wird das unter dem Stichwort „Carrier Grade“ diskutiert. Auf gut Deutsch auch Betreiber-Niveau genannt. „Es geht vor allem um die Ausfallsicherheit eines Systems und um die Sicherstellung hoher Qualität. Bei TK-Netzen geht es beispielsweise von 99,999 Prozent. Diese Zahl ist auch als ‚Die 5 Neuner‘ bekannt. Sie bedeutet in der Praxis, dass ein Netz oder Teile davon nur maximal etwa 5 Minuten pro Jahr ausfallen dürfen, einschließlich geplanter Wartungsaktivitäten für Hardware und Software. Mittlerweile sind aber auch schon 6 und sogar 7 Neuner im Gespräch. Weil die Technik ja fortschreitet. Dann sind wir also bald bei maximalen Ausfallzeiten von 3 Sekunden pro Jahr“, erläutert Netzwerkspezialist Bernd Stahl von Nash Technologies http://nashtechblog.wordpress.com in Stuttgart.

Es gebe erfreulicherweise viele Software-Anwendungen, die Sprache, Video oder Chat attraktiv über das Internet anbieten und die für Einsteiger kostenlos ist. „Das freut die User. Für professionelle Anwendungen gibt es aber noch Grenzen. Hinter der Eigenschaft ‚Carrier Grade‘ des Telefonnetzes steckt eine erhebliche Ingenieurs-Leistung, die auch das Internet künftig erbringen muss“, fordert Stahl.

Die Investitionsbereitschaft in leistungsfähige und Systeme für Web- und Videokonferenzen in Unternehmen ist hoch. Das belegt eine Studie von Berlecon http://www.berlecon.de. Rund 35 Prozent der befragten Firmen mit mehr als 100 Mitarbeitern wollen ihre Web- und Videokonferenzlösungen in den kommenden zwei Jahren ausbauen oder neu installieren.

„Die Zeit für Videokommunikation ist da, nicht nur in Konferenzräumen oder am Schreibtisch, sondern auch von unterwegs via Smartphone und Tablet“, bestätigt Jürgen Signer vom ITK-Anbieter Aastra. So habe sein Unternehmen nur wenige Monate nach der Deutschlandpremiere des BluStar-Systems http://www.aastra.de/blustar.htm eine Erweiterung für mobile Endgeräte vorgenommen, um auch unterwegs Gespräche in Bild und Ton führen zu können. 

„Die BluStar Clients verfügen über eine einheitliche, einfach zu bedienende Nutzeroberfläche. Ein Klick genügt, schon baut sich eine Videoverbindung zum Gesprächspartner auf. Die Anwender haben Zugriff auf Verzeichnisdienste und Journaleinträge. Alle Funktionen stehen auch von außerhalb eines Unternehmensnetzwerkes zur Verfügung, so dass Mitarbeiter beispielsweise im Homeoffice Videogespräche führen können“, sagt Signer. 

Siehe auch: 

http://ne-na.de/videokonferenzen-ruckel-zuckel-bilder-werden-nicht-...

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